Das Interesse an diesem Beitrag war mit mehr als 4.500 Aufrufen auf Börsenblatt Online sehr hoch. Die meisten Reaktionen kamen aus dem Sortiment, mit der Empfehlung, in einer der Einkaufsgemeinschaften unterzuschlüpfen. Das ist ein wichtiger Schritt. Aber – rettet das? Ein paar Rabattpunkte und ein Bonus als Erlösung vom Kostendruck?
Bei den Auslieferungen war die Resonanz mager. Prolit möchte ich positiv erwähnen. Dort hat man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und suchte auf Anfrage nach individuellen Möglichkeiten, um die Transportkosten für alle Beteiligten zu minimieren. Auch eine der ganz großen Auslieferungen hat sich gemeldet. Euphorie auf meiner Seite. Sollte sich jetzt richtig etwas bewegen? Aber – nach der zweiten E-Mail versandete der Kontakt in Statistiken, Vergleichen und der Aussage, man stehe im Branchenmittel sehr gut da … Fazit: Die Kosten verbleiben bei mir.
Zu den Verlagsreaktionen: ein Trauerspiel. Es gab keine. Bis auf einen Verlagsvertreter, der sich gemeldet hat. Und das inoffiziell. Das ist erschütternd: totale Gleichgültigkeit, was die Kosten auf Sortimentsseite bedeuten. Und das ist das eigentliche Thema. Und nun wird mein Beitrag zu einem offenen Brief an die Verlage:
Liebe Verlage,
ist es tatsächlich so, dass nur noch die zehn größten Kunden zählen, die 80 Prozent des Verlagsumsatzes generieren? Sind die letzten 20 Prozent lästig und zu teuer? Verzichten Verlage bewusst auf diese Kunden? Können sie sich das leisten? Ist es naiv, so zu fragen? Oder fehlt nur das Bewusstsein für das, was außerhalb der Verlagswelt passiert? Das sind Fragen, die ich mir stelle.
Und, liebe Verlage, auch wenn wir demnächst schließen: Mich interessiert, was Sie dazu sagen. Noch bin ich Kunde bei Ihnen und werde der Branche verbunden bleiben. Denn es geht hier nicht um unsere Buchhandlung in Bremen-Vegesack. Es geht um die vielen Kolleg:innen, die eine verantwortungsbewusste und auskömmliche Preisgestaltung brauchen, um überleben zu können. Und zwar von Ihnen.
Die Kosten galoppieren. Immer weiter. Durch Umsatzzuwächse lässt sich bei sinkenden Frequenzen in den Innenstädten kein Ausgleich schaffen. So drückt es von zwei Seiten – und zwar massiv an die Wand. Genauso steht aus meiner Sicht der Buchhandel vor Ort derzeit da. Deshalb werden immer mehr Sortimente aufgeben müssen. Ihre Kunden. Diesen Trend zu stoppen, haben allein Sie als Verlag in der Hand.
Ich würde mich sehr über Reaktionen aus den Verlagshäusern freuen, denn das Thema ist für alle Buchhandlungen existenziell.
Sie erreichen mich per E-Mail:
martin.mader@ottoundsohn.de.
falls es Ihnen nicht zu viel Mühe macht - lassen Sie uns doch an den Rückmeldungen der Verlage teilhaben - wir stecken alle in der gleichen Situation, ein Licht am Tunnel wäre wünschenswert, auch wenn ich nicht mehr daran glaube ...
Liebe Grüße
Uwe Kunze
Liebe Grüße
Uwe Kunze