Die Worte sollten sparsam gesetzt sein in der Graphic Novel, aber es gab viele Fragezeichen. »Ich brauche Texte von dir, um zeichnen zu können«, forderte Zaeri von Laube, und sie sagte: »Ich brauche Bilder von dir, um schreiben zu können.« So begannen sie mit einem leeren Skizzenbuch, machten Notizen, scribbelten. »Ich wusste vor meinem inneren Auge, was ich sehen möchte; Mehrdad hat gezeichnet, und wir haben in einem Prozess des Schreibmalens die Panels herausgearbeitet«, erzählt Laube, »wie ein Stein, der immer feiner geschliffen wird.«
So entstand zunächst ein Straßenzug, Häuser, eine erleuchtete Wohnung, dann die Innensicht, ein Zimmer mit einer alten Frau, eine Katze. Die in der Vergangenheit spielenden Panels bekamen einen dunklen Rahmen wie in einem Fotoalbum, die Panels der Gegenwart sind randlos. »Wir haben Helga öfter zu Hause in Frankenthal besucht, uns Details erzählen lassen«, blickt Zaeri zurück. Sie fuhren in das Dorf der Geschichte, »da, wo wir standen, stand vor 80 Jahren auch Anna«. »Helga wollte das Buch so gern noch erleben, also haben wir uns zwischen all unseren Projekten versucht zu beeilen«, erinnert sich Laube, »aber wenn Mehrdad zeichnet, heißt das ja nicht, dass im Nu eine Seite fertig ist – es ist ein Arbeitsprozess.«