Der Förderpreis der Kreissparkasse Ostalb geht an Grit Krüger für ihr Romandebüt "Tunnel" (Kanon). Er ist mit 7.500 Euro dotiert. Preiswürdige Bücher beziehen ihre Qualität daraus, so die Stadt Aalen, dass sie sich den Zuordnungen, die man zu ihrer Beschreibung braucht, immer auch entziehen. "Tunnel" sei eine Prekariatsgeschichte, die alle damit verknüpften Erwartungshaltungen auf so eigenwillige wie fantastische Weise unterläuft, beziehungsweise untertunnelt. "Ihre Figuren treten heraus aus dem anonymen Licht von Armutsstatistiken: Mascha Heerdmann, eine alleinerziehende Mutter, und ihr Kind, dazu der Tröster, ein am Rand der Obdachlosigkeit entlangschrammender ehemaliger Seemann, schließlich noch der lichtscheue Rentner Tomsonov irgendwo aus dem Osten, der sich im Tagebau kaputtgeschuftet hat und nun in einem Pflegeheim gestrandet ist."
Was Krüger mit ihnen aufführe, sprenge alle Zwangsläufigkeiten, die ihnen vorgezeichnet sein könnten: Weder würden sie Sozialmiseren nachspielen, noch führen sie munter vor, wie man sich dagegen behaupten könnte. "Sie graben einen Tunnel und suchen ihren eigenen Weg, durch Tagträume und präzise verfremdete Miniaturen des sozialen Lebens, in denen das Netz aus Metaphern, Vorstellungen und Zeichen die auffängt, die aus allen Bezügen gefallen sind."
Die Jury des Schubart-Literaturpreises ist hochkarätig besetzt mit: Literaturredakteurin Tilla Fuchs (SR2 Kulturradio Saarbrücken), Stefan Kister (Kulturredakteur der Stuttgarter Zeitung), Anne-Dore Krohn (Literaturkritikerin, Berlin), Denis Scheck (Literaturkritiker und Übersetzer, Köln), Michael Weiler (Oberstudiendirektor a.D., Aalen) und Miriam Zeh (Literaturredakteurin bei Deutschlandfunk Kultur, Berlin).