"Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Solingen zeigt, wie das Lesen als Grundlage des Lernens über eine systematische Leseförderung und als fachübergreifende und schulweite Aufgabe realisiert werden kann", heißt es in der Laudatio. Die Lehrerin Annina Rama hat ein Leseförderkonzept entwickelt, das auf dem theoretisch-empirisch fundierten Lesekompetenzmodell nach Rosebrock & Nix (2020) basiert. Das Konzept fördere die Schüler:innen systematisch auf verschiedenen Ebenen und ziele auf einen sukzessiven Kompetenzaufbau von Klasse 5 bis zur Oberstufe.
Die Leseförderung werde als schulweite und fachübergreifende Aufgabe realisiert. Dabei arbeiten die Schüler:innen an individuell zugeschnittenen Leseaufgaben, wobei auch Lesefreude und Motivation eine wichtige Rolle spielen. Die Lesemotivation und das Textverständnis sollen durch kreative Ansätze wie Lesetandems und tiergestützte Pädagogik gefördert werden. Letzteres bedeutet konkret, dass Hunde die Pädagogik stützen und Schüler:innen durch den tierischen Kontakt Anreize zum (Vor-)Lesen für und über Tiere erhalten.
Zusätzlich kooperiert die Schule mit lokalen Buchhandlungen und Bibliotheken, um das Lesen als lebendige Erfahrung zu gestalten. Ein Beispiel hierfür ist die Teilnahme aller Schüler:innen am Vorlesewettbewerb, bei dem sie in unterschiedlichen Rollen aktiv werden.
Die Jury der Cornelsen Stiftung würdigt das Engagement der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Das Projekt stelle "einen überzeugenden Beitrag dar, in die Zukunft der Schülerinnen und Schüler und damit in das Bildungsziel ihrer Mündigkeit zu investieren". Die Erkenntnisse aus der Projektevaluation sollen auch anderen Schulen bei der Umsetzung einer fachdidaktisch fundierten und systematischen Leseförderung helfen.
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