Vom 3. bis zum 6. April findet erstmalig die Buchmesse "Berlin Bebelplatz" für russischsprachige Literatur in Berlin statt. Benannt nach dem Platz, auf welchem 1933 Bücher der "Feinde des deutschen Geistes" verbrannt wurden, soll die Messe dem Verbot und der Vernichtung von Literatur im heutigen totalitären Russland entgegenstehen.
Auf der Messe werden zahlreiche Texte vertreten sein, die nur noch außerhalb Russlands veröffentlicht werden können. In ihnen geht es zum Beispiel um Menschenrechte, politische Gefangenschaft und erzwungene Emigration. Viele der Autor:innen befinden sich selbst auf der Flucht oder im Exil, in ihrem Heimatland zu "ausländischen Agenten" erklärt.
Die Messe will auch zeigen, dass die russische Sprache heute nicht nur ein Instrument staatlicher Propaganda ist und nicht von ihr vereinnahmt werden darf. Sie bleibe eine lebendige Sprache des literarischen Prozesses – auch außerhalb Russlands, ohne innere und äußere Zensur. Sie ist Teil der weltweiten literarischen Szene und ein wichtiges Werkzeug zur Reflexion der gegenwärtigen historischen Situation.
Auf der Messe wird eine große Anzahl russischsprachiger Besucher:innen erwartet – zwischen 3.000 und 5.000. Bisher nehmen über 30 Buch- und Zeitschriftenverlage teil.
Veranstaltungsort ist PalaisPopulaire, Unter den Linden 5, 10117 Berlin.