Rund 550 Zuschauer:innen fieberten am 27. März bei der Bekanntgabe der Nominierungen des Deutschen Jugendliteraturpreises mit: Die Atmosphäre im Saal war von einer spürbaren Neugier geprägt, während alle gespannt darauf warteten, welche Titel es auf die Liste geschafft hatten. Als das Geheimnis schließlich gelüftet wurde, brach an einigen Stellen besonders kräftiger Applaus aus – ein Zeichen, dass sich von den Titeln Begeisterte oder an den Büchern Beteiligte im Raum befanden. Begeisterung war auch zu spüren, als die Leseclubs der Jugendjury ihre Titel vorstellten und die wichtigsten Inhalte mit großem Selbstbewusstsein auf der Bühne szenisch vorstellten.
Und tatsächlich: "Es gibt ein neues und kraftvolleres Zutrauen in Kinder und Jugendliche und es wird so erzählt, dass der Mut immer wach bleibt und die Lust am Mitgestalten herausgefordert wird", sagte Iris Kruse, die Vorsitzende der Kritikerjury. "Die nominierten Bücher sind eine Art Bekenntnis, dass Jugendliche alles angeht, was das Leben ausmacht, das individuelle – und ebenso und gerade das gesellschaftliche." Die nominierten Titel zeigten, dass Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart nicht nur mitreißende Geschichten, starke Bilder und anspruchsvolle Ästhetik böten: "Sie ist ganz oft auch ein sensibler Seismograph für die Beben, von denen unsere Welt momentan erschüttert wird, im Kleinen wie im Großen“, erklärte Jan Standke, Vorsitzender des Arbeitskreises für Jugendliteratur. "Sie rüttelt uns auf und führt vor Augen, wie unverzichtbar eine stabile Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit sind."