"Meine Protagonistin kommt im Lauf des Romans an einen Punkt, an dem sie den unbedingten Vorsatz, einen Partner finden zu müssen fallenlässt. Sie übernimmt wieder die eigene Verantwortung für ihr eigenes Leben. Das hört sich für eine 69-jährige Frau komisch an, aber es ist eine Art, noch einmal erwachsen zu werden", schmunzelt Mühlesein. "Ist es nicht schön, wenn man auf diese Weise jung bleiben kann, und innerlich nicht versteift?" Mühlesein nimmt im Roman eine Gender-Perspektive ein: "Meine Figur geht in einem Gebirgshotel in eine leere Sauna. Eine andere Frau kommt herein, von der sie bei einer erotische Begegnung völlig überrumpelt wird. Davor macht sie all die Online-Anstrengungen, und plötzlich passiert es. Das zeigt, dass sie gut unterwegs ist, auch emotional", so Mühlesein. Norwegen sei ein Land der Saunen. Sie selbst gehe gerne zu jeder Jahreszeit in Saunen, idealerweise mit Fjordzugang. Erotisierend sei das keinesfalls und diene nicht als Ort der Partnersuche. "In Oslo gibt es schöne Stadtsaunen. Ich mag das Urbane, die anonyme Intimität. Man hat die Auswahl auch zwischen Saunen, wo man sich unterhalten kann und wo nicht." Mühleisen bevorzugt Schweigesaunen: Sie will sich im Dampfbad erholen.