Der Kurt-Wolff-Preis 2025 geht an den Verlag Theater der Zeit, der Förderpreis an die Edition A. B. Fischer – am 28. März fand die Verleihung auf dem Forum Die Unabhängigen auf der Leipziger Buchmesse statt.
Theater der Zeit ist ein Kulturverlag, der sich mit allen Themen rund um das Theater befasst. Paul Tischler betonte in seiner Danksagung, dass der Verlag keine Form des Theaters oder der „Schwesternkünste“ ausgrenze: „Unser Claim lautet ganz bewusst: das ganze Theater! Wir fühlen uns magisch zur Nische hingezogen – selbst innerhalb des Theaters.“
Bis 2024 war Tischler noch gemeinsamer Geschäftsführer neben Harald Müller. Auf diesen Generationenwechsel am gegenwärtigen Ende einer langen Verlagshistorie mit Hochs und Tiefs, unter anderem einer Neugründung 1993, hob auch Dr. h. c. Friedrich Dieckmann in seiner Laudatio ab, selbst ehemaliges langjähriges Mitglied der Redaktion der gleichnamigen Zeitschrift „Theater der Zeit“: „Der Kurt-Wolff Preis ist wie das I-Tüpfelchen auf dieser Wachablösung. Er würdigt ein Teamwork, das nun in eine neue Epoche eintritt.“
Dr. Katharina E. Meyer, Vorsitzende der Kurt Wolff Stiftung, erklärte eröffnend Beharrlichkeit und Risikofreude zu Kernkompetenzen unabhängiger Verleger:innen, die in ihrer prekären Situation den Input des Organismus Buchbranche darstellen und Impulse für die Kulturlandschaft Deutschland bieten würden. Einen freundlichen Gruß richtete sie an CDU/CSU und SPD mit dem Appell, in die Koalitionsvereinbarung den Einsatz für eine strukturelle Verlagsförderung aufzunehmen – die in der vergangenen Legislaturperiode bereits zweimal an der Haushaltsplanung gescheitert sei.
Staatsministerin und Beauftragte für Kultur und Medien Claudia Roth (Grüne) griff anschließend Meyers Lob für das Konzept des Kultur Passes auf. Weiter sprach Roth über unabhängige Verlage als „Grundnahrungsmittel der Demokratie“ und zitierte Kurt Wolff, in die verlegerische Tätigkeit habe ihn der Wille angetrieben, „für das, was ich liebte, was mir wichtig, heutig, echt schien zu wirken und mit dem Ungestüm meiner Überzeugungen den Kampf aufzunehmen gegen den Molloch, Dummheit und Publikum.“
Den Förderpreis erhielt die 2003 gegründete Edition A. B. Fischer, deren Schwerpunkt poetische Sachbücher sind. Bernd Fischer stimmte in seiner Dankesrede in die politisch appellierend gestimmten Reden der Veranstaltung mit einem Zitat von Marie Luise Kaschnitz ein: „Es sieht schlimm aus in der Welt, aber wie es aussehen würde ohne die Anstrengung der Schreibenden wissen wir nicht.“ Und fügte hinzu: „Man könnte den Satz noch ausweiten und die Verlegerinnen und Verleger hinzunehmen.“