"Worte bewegen Welten – und sie bewegen die Menschen! Die Leipziger Buchmesse war dieses Jahr im wahrsten Sinne des Wortes ein Publikumsmagnet. Wir freuen uns sehr über den riesigen Zuspruch und die Begeisterung gerade junger Menschen für das Lesen und gesellschaftliche Themen. 2025 werden wir definitiv als rauschendes Fest in Erinnerung behalten", so Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.
"Es ist großartig zu sehen, wie viel Euphorie das Buch entfacht und wie es Menschen zusammenbringt. Als Ort der Begegnungen, Gespräche und Entdeckungen nimmt die Leipziger Buchmesse eine zentrale Rolle in Deutschland ein – beispielsweise zu Themen wie Künstlicher Intelligenz und Audio, denen wir mit neuen Formaten einen besonderen Raum gegeben haben. Das große Interesse an der Buchmesse zeigt, wie wichtig das analoge Erlebnis nach wie vor ist", so Astrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse.
"Die Leipziger Buchmesse setzte den Herausforderungen in Branche und Gesellschaft Lesebegeisterung und Debattenfreude pur entgegen. In den Messehallen wuselte es, Bücherfans jeden Alters feierten die Literatur und die Vielfalt. Die Buch- und Kreativbranche stößt wichtige gesellschaftliche und politischen Debatten an und unterfüttert sie mit Fakten. Zusammen haben wir gezeigt: Wir gestalten die Zukunft unserer Demokratie mit", so Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Eines der größten Probleme waren die Staus bereits vor dem Einlass. Die Besucher standen oft mehrfach im Stau: bei der Anreise mit dem PKW vor den Parkplätzen, bei der Anreise mit den Öffentlichen vor Trams und Bahnen, die so voll waren, dass sie nicht einmal mehr hielten (wie es sich in den Transportmitteln angefühlt haben mag, mag jeder selbst rekonstruieren), vor den Eingängen, weil es zumindest anfangs zu wenige gab, vor den Damen-Toiletten (ich weise jedes Jahr darauf hin, dass man pro Halle leicht ein oder zwei Toiletten für Herren für Frauen umwidmen könnte – aber nichts geschieht, obwohl viele Besucher diesen Punkt kritisieren und ihn etliche Verlage auch auf jedem Messefragebogen ansprechen). Und auch die Aussteller waren vor solchen Staus nicht immer gefeit, mussten z.T. von Öffentlichen auf Taxis ausweichen, um rechtzeitig am Stand zu sein – nur um dann im Autostau zu enden.
Die Folge der Besucherstaus: Schon gleich nach dem Betreten der Messehallen waren die Menschen erschöpft – und schauten häufig auf ihren Wegen über die Messe genervt weder links noch rechts. Die Folge war für uns auch im Umsatz spürbar geringeres Interesse.
In die gleiche Richtung gehen die fehlenden Sitz- und Ausruhmöglichkeiten, die sich gerade zum Ende der Messetage niederschlagen. Da wanken nur noch Zombie-Massen durch die Gänge – mit entsprechend großem Informationsbedürfnis.
Das alles mindert zwar die Freude über die zahllosen Gespräche und fantasttischen Kontaktmöglichkeiten, aber hebt sie natürlich lange nicht auf. Es erscheint mir nur vergleichsweise einfach, wenigstens einige dieser Punkte zu beheben, um das Erlebnis "Leipzig" sowohl für die Besucher als auch die Aussteller noch runder zu machen.
Jan Groh
Verlag Sol et Chant
Auch gibt es kein logisches Konzept von der Standverteilung. Die Buchmesse erinnert an einen großen Supermarkt, wo man die Butter neben Waschmittel findet.
Nein, das Herz der Leipziger Buchmesse ist verstorben, mit Weggang von Oliver Zille. Wäre die Buchmesse ein Fußballverein, würde jetzt der Trainer bzw. Trainerin geschaut werden. Astrid Böhmich hat es geschafft, die Buchmesse in eine Big Party bzw. Verkaufslandschaft zu verwandeln.
Aber leider - und da gebe ich meinen Vorrednern nur recht - ist das Organisatorische drumherum wirklich erschreckend gewesen dieses Jahr.
Sicherlich kann die Messeleitung nichts für die viel zu kleinen S-Bahnen oder die zu geringe Taktung der Tram an den Messetagen morgens. Die Situation am Einlass war teilweise besorgniserregend - v.a. am eigentlichen Fachbesucher-Eingang links. Das Problem scheint ja nun erkannt (zu spät aus meiner Sicht, weil es die letzten Jahre auch schon schrecklich war), wie Frau Böhmisch im Resümee auch deutlich gemacht hat. Daran muss nun schnell gearbeitet werden, weil sonst kann man es sich als Fachbesucher sparen - was aber im Grunde auch OK wäre, wenn man den Fokus auf Publikumsmesse legt. Mit Bologna, Turin und v.a. London und Frankfurt gibt es genügend Alternativen. Schade wäre es für mich als Fachbesucher trotzdem...