Erste literarische Korrespondenzen, die in Kriegszeiten versuchen, einen Raum des Zuhörens und der Solidarität im Exil zu stiften, sind nun online.
Drei Autorinnentandems beginnen sich im Herbst 2022 in Briefen, E-Mails und Text-Nachrichten auszutauschen. Es schreiben sich: Daryna Gladun & Asal Dardan, Oksana Stomina & Ulrike Almut Sandig sowie Natalka Sniadanko & Tanja Dückers.
Die Themen: Was vermag die Macht der Worte angesichts des Schreckens und der Zerstörung des anhaltenden Krieges in der Ukraine? Wie geht man mit der Bedrohung des eigenen Lebens und das seiner Angehörigen um, mit dem Verlust seines Zuhauses und des Vertrauens in die Welt? Was macht das mit dem eigenen Weltbild und wie geht es mit dem Leben und Schreiben im Exil weiter?
"Mit großer Offenheit und Unmittelbarkeit geben die ukrainischen Autorinnen Auskunft, sie berichten von der Situation in Städten unter Beschuss, vom Überleben in Luftschutzkellern, in den Trümmern. Aus ihren Sätzen spricht eine tiefe Erschütterung und Ungläubigkeit, dass all das gerade wirklich passiert, dass ihre Heimat unter dem Beschuss russischer Raketen steht, während im Exil die unverwüstliche Alltagsroutine herrscht und neue Herausforderungen auf sie warten", heißt es in der Mitteilung zum Projektstart.
Sukzessive sollen auf weiterschreiben.jetzt weitere Briefwechsel der ukrainischen Autorinnen – sowohl in der Originalsprache als auch auf Deutsch – erscheinen. Am 13. Dezember 2022 stellen die Autorinnen ihre literarischen Korrespondenzen im Rahmen der Veranstaltung „Mit Liebe und Zorn – Lesung und Gespräch mit ukrainischen Autorinnen“ im Studio Я des Berliner Maxim Gorki Theaters vor.