Anton-Wildgans-Preis an Olga Flor

"Feines Gespür für gesellschaftliche Machtgefälle"

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Die österreichische Schriftstellerin Olga Flor erhält den von der österreichischen Industrie gestifteten "Literaturpreis der Österreichischen Industrie − Anton Wildgans" 2012. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Oktober 2013 überreicht, teilen die Preisstifter mit.
In der Begründung der Jury heißt es: "Olga Flors literarische Auseinandersetzung mit Krisen unserer Zeit enthüllt in einer kühlen, oft technisch anmutenden, präzisen Sprache Strukturen einer ökonomisierten Welt, die dem Individuum wenig Spielraum offen lassen." Unerbittlich zeige die Autorin "soziale Konstellationen auf, führt die Kleinfamilie und die Geschlechterrollen vor und lotet mit feinem Gespür gesellschaftliche Machtgefälle aus".

Olga Flor, geboren 1968 in Wien, lebt in Graz, studierte Physik und arbeitete im Multimedia-Bereich. Seit 2004 ist sie freie Schriftstellerin. Ihr erster Roman "Erlkönig" erschien 2002, der Monolog "Fleischgerichte" wurde 2004 im Schauspielhaus Graz uraufgeführt. Flor erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Der Roman "Kollateralschaden" (Zsolnay, 2008) wurde für den Deutschen Buchpreis 2008 nominiert. Zuletzt erschien von Olga Flor der Roman "Die Königin ist tot" (Zsolnay, 2012).

Der Anton-Wildgans-Preis wird bereits seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben. Er geht jährlich an einen österreichischen Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation, dessen "Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt". Die Auszeichnung zählt zu den renommiertesten österreichischen Literaturpreisen. Unter den Peisträgern befinden sich etwa Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Michael Köhlmeier, Arno Geiger, Barbara Neuwirth, Sabine Gruber und Doron Rabinovici.