Carolin Callies wird laut Mitteilung des baden-württembergischen Kunstministeriums für ihren Gedichtband "fünf sinne & nur ein besteckkasten" (schöffling), Per Leo für seinen Debütroman "Flut und Boden" (Klett-Cotta) und Andre Rudolph für sein siebenteiliges Langgedicht "Blicktot, Nixe [Klaffende tags]" (Luxbooks) mit einem Literaturstipendium von jeweils 12.000 Euro ausgezeichnet. Damit sind gemeinsame Lesungen in Bonndorf, Stuttgart und Karlsruhe im kommenden Jahr verbunden.
"Die drei Stipendiaten haben mit ihren Arbeiten − darunter zwei Debüts − die Jury rundum überzeugt. Die Stipendien sollen ihnen zu einer noch größeren Öffentlichkeit verhelfen und Spielraum für weitere literarische Arbeiten geben", so Kunststaatssekretär Jürgen Walter.
Zu den Preisträgern
Carolin Callies, 1980 in Mannheim geboren, machte zunächst eine Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin beim Suhrkamp Verlag. Nach dem anschließenden Studium der Germanistik und Medienwissenschaft in Mannheim war sie in der Programmassistenz im Literaturhaus Frankfurt tätig und nimmt aktuell die Lesungsorganisation beim Verlag Schöffling & Co. wahr. Veröffentlichungen von ihr finden sich in Zeitschriften und Anthologien. Sie ist Thaddäus-Troll-Preisträgerin 2015 des Förderkreises Deutscher Schriftsteller, Landesverband Baden-Württemberg.
Per Leo, geboren 1972 in Erlangen, hat Geschichte, Philosophie und russische Philologie in Freiburg und Berlin studiert. 2009 erfolgte die Promotion mit einer Arbeit über Ludwig Klages und die Tradition des charakterologischen Denkens, für die er 2011 den Humboldtpreis − Sonderpreis "Judentum und Antisemitismus" erhielt. Leo lebt mit seiner Familie in Berlin und arbeitet als freier Autor und Schatullenproduzent. Für "Flut und Boden: Roman einer Familie" war Per Leo für den Preis der Leipziger Buchmesse 2014 nominiert.
Andre Rudolph, 1975 in Warschau geboren, ist in Leipzig aufgewachsen. Sein geisteswissenschaftliches Studium in Leipzig und Freiburg schloss er mit der Promotion mit einer Arbeit über Johann Georg Hamann ab. Rudolph hat zahlreiche Texte in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Sein Debüt erfolgte im Jahr 2009 mit dem Gedichtband: "Fluglärm über den Palästen unsrer Restinnerlichkeit" (Luxbooks). Er arbeitet insbesondere als Übersetzer zeitgenössischer polnischer Lyrik.
Zur Auszeichnung
Mit den Literaturstipendien des Landes Baden-Württemberg werden Nachwuchsautoren ausgezeichnet, die sich mit ihrer schriftstellerischen Arbeit profiliert und eine Affinität zu Baden-Württemberg haben − etwa durch Geburt, Wohnort, Ausbildung oder Schwerpunkt ihres Schaffens. Eine Bewerbung um das Stipendium ist nicht möglich. Über die Vergabe der Stipendien entscheidet jeweils eine Jury aus fachkundigen Persönlichkeiten des kulturellen und geistigen Lebens.