Interview mit dem ukrainischen PEN-Präsidenten Andrej Kurkow

"Nichts ist sicher"

12. Januar 2023
Stefan Hauck

Der Krieg hat das Leben und Schreiben in der Ukraine radikal verändert. Andrej Kurkow, Präsident des ukrainischen PEN, über ein neues Gefühl der Zerbrechlichkeit – und der Stärke.

Andrej Kurkow

Andrej Kurkow (61) lebt seit seiner Kindheit in Kiew; er schreibt Prosa in russischer Sprache, aber auch auf Ukrainisch. Er spricht sieben Sprachen; sein Werk erscheint in 42 Sprachen. Sein jüngster Roman »Samson und Nadjeschda« (Diogenes) erzählt von den Wirren der Russischen Revolution in Kiew. Für sein »Tagebuch einer Invasion« (Haymon), in dem er das Spannungsverhältnis zwischen der russischen und der ukrainischen Sprache und Kultur reflektiert, wurde er am 28. November 2022 in München mit dem Geschwister Scholl Preis ausgezeichnet.

Wie haben sich Ihre Arbeitsbedingungen beim Schreiben in den vergangenen elf Monaten verändert?

Seit dem 24. Februar war ich meistens unterwegs oder in den Wohnungen anderer Leute. Ich habe ausschließlich Artikel, Essays und Tagebuchnotizen geschrieben, ohne die Aussicht, wieder an das Schreiben von Belletristik zu denken. Jetzt bin ich seit drei Wochen wieder zu Hause in Kiew, schreibe immer noch an Sachbüchern und kann weder meine Arbeit noch meine nächste Zukunft planen. Nichts ist sicher, was bedeutet, dass ich sehr flexibel und anpassungsfähig bleiben muss.

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