Fachmedien und Künstliche Intelligenz

Die Risiken von ChatGPT kennen

5. Mai 2023
Marcus Schuster

Fachverlage wie Wolters Kluwer positionieren sich im Umgang mit künstlicher Intelligenz – und experimentieren mit Chat GPT & Co. Trotzdem überwiegt die Vorsicht. Denn fehlerhafte Inhalte können das Vertrauen in die Marke dauerhaft beschädigen. 

Auf den ersten Blick scheinen KI-basierte Chatbots wie gemacht zu sein für Fachinhalte – bei denen es ja darauf ankommt, bestehendes Wissen kompakt zusammenzufassen, neu zu arrangieren oder zu aggregieren. Was bislang viel Zeit und personelle Ressourcen erfordert hat, erledigt die entsprechende Technologie in kürzester Zeit.

Doch die Versuchung, man hätte es sich denken können, birgt Gefahren. Nach wie vor sind Chatbots wie Chat GPT fehleranfällig, weil sie ihre Inhalte nach sprachlichen Wahrscheinlichkeiten und nicht nach semantischer Logik erzeugen. Auch eine falsche Verknüpfung von Daten führt immer wieder dazu, dass KI »halluziniert«, wie es im Fachjargon heißt. Fatal für Fachverlage, deren Geschäftsmodell auf einhundert Prozent korrekten und aktuellen Inhalten basiert – selbst wenn ­alles vor Veröffentlichung noch einmal von Menschen geprüft wird (und sich damit die Ressourceneinsparungen wieder relativieren).

Und wer garantiert Verlagen, dass sie jeweils die Ersten und Einzigen sind, die eigene Inhalte mittels KI weiterverarbeiten und daraus die entsprechenden Erlöse ziehen? Chatbots greifen auf alle verfügbaren Daten zu und fragen nicht nach Urheberrechten.

Christoph Bertling, Geschäftsführer bei Fachmedien Otto Schmidt in Düsseldorf und Vorstand der Deutschen Fachpresse, bringt das Spannungsverhältnis, in dem sich Verlage beim Thema KI bewegen, in der Verbandszeitschrift »Letter« (01/2023) auf den Punkt: »Einerseits müssen wir natürlich unsere Inhalte vor der lizenzfreien Verwendung durch KI-Angebote schützen. Andererseits bietet uns diese Technik zukünftig sicherlich viele Chancen, unsere Angebote weiter zielgruppenorientiert zu optimieren.« 

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