Zufrieden erfolgreicher arbeiten

Die innere Haltung

Erfolg und Zufriedenheit können nur über das Herz kommen, glaubt die Autorin Katja Niedermeier. Denn auch im Job gibt es so etwas wie Karma: Die Saat für unsere Situation säen wir selbst.   MARCUS SCHUSTER

Haben Sie neulich mal wieder einen Restaurantbesuch mit der Familie als Geschäftsessen abgesetzt? Haben Sie einen Konkurrenten mit Dumpingpreisen aus einem Auftrag gedrängt oder sich mit anderen unseriösen Methoden ­einen Vorteil verschafft? Das wird irgendwann auf Sie zurückfallen. Vielleicht in Form von Unzufriedenheit, beruflichen ­Blockaden oder innerer Leere. Vielleicht schon sehr bald, oder – wenn Sie Glück haben – erst im nächsten Leben.

Zugegeben, Katja Niedermeiers "Karma Business. So leben und arbeiten Sie glücklicher und erfüllter" (C. H. Beck, 128 S., 6,90 Euro) verlangt am Anfang nicht ganz so spirituellen Menschen einiges an Überwindung ab, um weiterzulesen. Doch es lohnt sich. Komprimiert in einem kleinen Büchlein aus der Reihe Beck kompakt finden sich zahlreiche Denkanstöße, warum beruflicher Erfolg zwar im Kopf beginnt, jedoch nur dann von Dauer ist, wenn auch das Herz eine Rolle spielt.

Jeder kann die Saat für seine Erlebnisse und seine Situation selbst säen, schreibt Niedermeier (ein normales Prinzip von Ursache und Wirkung, denn der Begriff "Karma" verweigert sich trotz landläufiger Meinung einer Bewertung von "Schuld" oder "Selbstverschulden"). Glück und persönliche Erfüllung im Job können demnach durch Wachstum, Kreation und Fürsorge entstehen.

Wachstum bedeutet, sich selbst immer wieder aus der eigenen Komfortzone zu wagen, sich zum Beispiel auch mal auf Risiken oder neue, ungewöhnliche Kontakte einzulassen. Der Kreation folgt, wer seine Arbeit womöglich neu gestaltet und ihr eine eigene Handschrift verleiht, selbst wenn man dafür bei Vorgesetzten oder Kollegen aneckt oder gar Regeln bricht. Die Fürsorge schließlich stellt andere in den Vordergrund. "Wenn Sie sich Erfolg wünschen, so verhelfen Sie zuerst einer anderen Person zum Erfolg", schreibt Niedermeier. Alle drei – Wachstum, Kreation und Fürsorge – müssen ausbalanciert sein, sonst fehlt etwas.

Über allem steht eine "liebevolle innere Haltung". Aus ihr speisen sich weitere Prinzipien des "Karma Business". Etwa Freude – die besten Chefs haben Leidenschaft für das, was sie machen, weiß Niedermeier. "Wer das tut, was er liebt, feiert die größten Erfolge." Vor vielen Jahren fühlte sie sich selbst unerfüllt in ihrem Job als PR-Managerin und entschied sich, bei künftigen Aufgaben erst dann tätig zu werden, wenn ihr ein Grund zur Freude einfiel.

Auch die Klarheit über das eigene Ich, die eigene strategische Ausrichtung – etwa als Selbstständige – zahlt aufs Karma-Konto ein, weil man auf diese Weise die richtigen Businesspartner ­findet und sich gegenseitig bereichern kann (im Karma-Sinne gemeint). Und nicht zuletzt die Freigiebigkeit: Wer statt zu ­feilschen mal aufrundet, hört für einen Moment auf, sich an ­etwas zu klammern und befreit sich von eigenen Fesseln.

"Die Karma-Business-Philosophie verzichtet auf Konzepte wie Konkurrenzdenken, Schuld und Mangel", schreibt Niedermeier und gibt in ihrem dritten Buch "karmische Lösungen für verschiedene Probleme am Arbeitsplatz". "Aus Hochmut wird Demut. Aus Profitgier wird Umsichtigkeit. Aus Konkurrenzdenken wird Kollegialität. Aus Kontrollzwang wird intuitives Handeln und aus dem Wollen ein Können und Erleben." Schon mal versucht, 24 Stunden lang ohne eine einzige Klage auszukommen? Katja Niedermeier rät dringend dazu. Die Auswirkungen auf die eigene Persönlichkeit seien erstaunlich.

Weil Karma-Business am Ende aber nicht nur aus Selbstlosigkeit bestehen kann, soll es auch für die Geläuterten eine Win-win-Situation sein. Denn Karma-Business bedeutet zwar, finanziell wie charakterlich großzügig zu sein – aber genauso, den ­eigenen Wert zu erkennen und entsprechend Geld zu erwirtschaften. "Fügen Sie spaßeshalber einem Ihrer Preise hinten eine Null an", skizziert Niedermeier ein Gedankenspiel. ­Schwups sei da ganz anderes Karma in Bezug auf die eigene Persönlichkeit. Es geht darum, "Blockaden zu lösen, wenn Sie in Bezug auf das Thema Geld Widerstände oder Scham spüren". Ein Job soll nicht nur die Miete bezahlen, er muss mehr können.

Katja Niedermeier fängt schon mal damit an. Ihr "High-­Energy-Mentoring", das Einzelcoaching über ein Jahr, kostet ab 5.300 Euro, "Seelen-Buddy" und "Energiearbeiterin" inklusive.

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