Wiesbadener KrimiMärz

Historische Krimis im Fokus

Vom 1. bis 25. März findet der Wiesbadener KrimiMärz mit einem vielseitigen Programm statt. Beim Schwerpunkt "Rückblende" geht es um zeithistorische Kriminalromame. Zu Gast ist unter anderem Filmregisseur Tom Tykwer.

Kommt zum KrimiMärz: Regisseur Tom Tykwer

Kommt zum KrimiMärz: Regisseur Tom Tykwer © Joachim Gern

Das Programm umfasse rund 20 Lesungen, Filme, Gesprächsrunden, ein literarisches Krimiquartett, Theaterabende, eine Ausstellung und kulinarische Lesungen, kündigen die Veranstalter an. Beim Themenschwerpunkt "Rückblende" stehen brisante gesellschaftspolitische Fragen zur Diskussion: Der gefeierte polnische Autor Szczepan Twardoch breche mit seinem Thriller "Der Boxer" (Rowohlt Berlin) das gängige Verständnis von Opfer- und Täterrollen im Polen während der Zeit der NS-Herrschaft auf. In seiner Heimat habe sein Roman viel Begeisterung und auch kontroverse Reaktionen ausgelöst, weil er das Selbstbild des Landes in Frage stelle und kritisch die Vergangenheit aufarbeite. Auch "Babylon Berlin" – die kongeniale Serienadaption der Gereon-Rath-Romane Volker Kutschers durch die Regisseure Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handloegten  – schlägt vom Berlin der Zwanziger Jahre indirekt einen Bogen in die Gegenwart. Buch wie Fernsehverfilmung würden auf faszinierende Weise jene "Kultur der Angst" beschreiben, mit der es den Demagogen der Weimarer Republik gelungen ist, Nationalismus und Rassismus heraufzubeschwören. Neben Twardoch, Kutscher und Tykwer spüren viele weitere renommierte Autoren in einer "Rückblende" in historischen Krimis den Beweggründen für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen nach.

Szczepan Twardoch

Szczepan Twardoch © Zuza Krajewska

Auftakt in der Caligari FilmBühne

Eröffnet wird das Festival mit einer Lesung und einem Werkstattgespräch des diesjährigen Krimistipendiaten Volker Kutscher am 1. März um 19.30 Uhr in der Caligari FilmBühne. Er wird begleitet von der Zeichnerin Kat Menschik, welche die illuster-düstere Darstellung des Berlins der Zwanziger Jahre seiner Romane in ihren Buchillustrationen grandios einfängt. Im Anschluss wird Fritz Langs Filmklassiker "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" gezeigt, der Kutscher zu seiner Krimi-Reihe inspiriert hat.

Am 9. März (18 Uhr; Museum Wiesbaden) spricht der Filmemacher Tom Tykwer mit Volker Kutscher über ihre Zusammenarbeit und das Serienmachen in Zeiten von Sky, Netflix und Co. Die Caligari FilmBühne widmet Tom Tykwer im März außerdem eine Krimi-Filmreihe.

Die zeithistorische Reise beim diesjährigen KrimiMärz führt außerdem mit Robert Hültners Kommissar Lazare nach Frankreich, mit Sabine Hofmann und Rosa Ribas ins Spanien der Franco-Zeit sowie mit Szczepan Twardoch in die Warschauer Unterwelt.

Ein literarisches Krimiquartett – bestehend aus den bekannten Kritikern Margarethe von Schwarzkopf, Thomas Wörtche und Ulrich Noller sowie dem Schauspieler Wanja Mues – diskutiert am 3. März um 19.30 Uhr im Literaturhaus mit über das Phänomen des zeithistorischen Krimis in der Weltliteratur. 

Viele Veranstaltungsorte

Abseits des Schwerpunktthemas laden in Wiesbaden die Volkshochschule, die Kulturstätte Montabaur, die Hochschul- und Landesbibliothek, Buchhandlungen, das kuenstlerhaus43 sowie das Literaturhaus zu spannenden Krimiabenden ein: Unter anderem mit der für ihr Debüt bereits international gefeierten jungen Autorin Melanie Raabe, dem beliebten Krimiautor Jan Costin Wagner, der historischen Krimiautorin Beate Sauer oder auch dem ehemaligen Wiesbadener Krimistipendiaten Michael Kibler.

Das ausführliche Programm liegt ab Mitte Februar aus und kann unter www.wiesbaden.de/krimimaerz heruntergeladen werden. Karten für die Veranstaltungen des Literaturhauses sind an den Vorverkaufsstellen sowie online erhältlich.

Zum Festival

Das spartenübergreifende Festival wird vom Kulturamt unter der Federführung des Literaturhauses Villa Clementine und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen FernsehKrimi-Festival, der Caligari FilmBühne und anderen Kooperationspartnern in Wiesbaden und Darmstadt veranstaltet und ermöglicht einzigartig den Austausch zwischen Literatur- und Filmschaffenden. Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert den Schwerpunkt "Rückblende".

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