Bildergalerie: Teures Logo

So sieht's aus: Das "Spiegel"-Logo soll künftig kosten. 

Die Nutzung von "Spiegel"-Bestseller-Logos wird ab Anfang 2018 kostenpflichtig. Unter dem Begriff "Qualitätsoffensive" hat der "Spiegel"-Verlag in Hamburg jetzt angekündigt, die Logo-Familie mit Wirkung zum 1. Januar 2018 zu lizenzieren.

Die Nutzung von "Spiegel"-Bestseller-Logos wird ab Anfang 2018 kostenpflichtig. Unter dem Begriff "Qualitätsoffensive" hat der "Spiegel"-Verlag in Hamburg jetzt angekündigt, die Logo-Familie mit Wirkung zum 1. Januar 2018 zu lizenzieren.

© Daniel Müller

Grund: Ein Sprecher des "Spiegel"-Verlags berichtet, dass bei eigenen Recherchen "mehrere Dutzend unterschiedliche Varianten unserer Bestseller-Logos gefunden" worden seien, zunehmend seien Logos selbst entworfen. Diesem kreativen Treiben soll die Maßnahme ein Ende bereiten.

Grund: Ein Sprecher des "Spiegel"-Verlags berichtet, dass bei eigenen Recherchen "mehrere Dutzend unterschiedliche Varianten unserer Bestseller-Logos gefunden" worden seien, zunehmend seien Logos selbst entworfen. Diesem kreativen Treiben soll die Maßnahme ein Ende bereiten.

© Daniel Müller

Die Qualitätsoffensive ist zugleich eine Preisoffensive: Künftig werden 250 Euro pro Titel für die Verwendung der Logos in Vorschauen, Werbemitteln und Anzeigen verlangt, noch einmal 250 Euro für Aufbringung auf Buchcovern. Bislang war die Nutzung der Logos für die Verlage kostenlos.

Die Qualitätsoffensive ist zugleich eine Preisoffensive: Künftig werden 250 Euro pro Titel für die Verwendung der Logos in Vorschauen, Werbemitteln und Anzeigen verlangt, noch einmal 250 Euro für Aufbringung auf Buchcovern. Bislang war die Nutzung der Logos für die Verlage kostenlos.

© Daniel Müller

Misslich ist nach erster Einschätzung mehrerer Verlage überdies die sehr kurzfristige Ankündigung des Lizenzierungsmodells. Viele Bücher der kommenden Produktion sind längst gedruckt, und mit dem Verweis auf frühere Bestseller des gleichen Autors werden künftige Bestseller gemacht.

Misslich ist nach erster Einschätzung mehrerer Verlage überdies die sehr kurzfristige Ankündigung des Lizenzierungsmodells. Viele Bücher der kommenden Produktion sind längst gedruckt, und mit dem Verweis auf frühere Bestseller des gleichen Autors werden künftige Bestseller gemacht.

© Daniel Müller

Welchen Anteil haben andererseits die Marketing-Abteilungen der Buchverlage und die Buchhandlungen mit "Spiegel"-Bestseller-Präsentationen daran, dass der Spiegel als Marke wahrgenommen wird?

Welchen Anteil haben andererseits die Marketing-Abteilungen der Buchverlage und die Buchhandlungen mit "Spiegel"-Bestseller-Präsentationen daran, dass der Spiegel als Marke wahrgenommen wird?

© Daniel Müller

Schließlich sorgen Verlage dafür, "dass wir uns mit unseren Titel ja zunächst ohne die Marke 'Spiegel' für eine Bestsellerliste qualifizieren, und zwar mit unserem eigenen Content“ - so hört man aus der Branche. Das Bestsellerregal im Bild zeigt: Die meisten dieser Bücher sind ohne das Logo Bestseller geworden.

Schließlich sorgen Verlage dafür, "dass wir uns mit unseren Titel ja zunächst ohne die Marke 'Spiegel' für eine Bestsellerliste qualifizieren, und zwar mit unserem eigenen Content“ - so hört man aus der Branche. Das Bestsellerregal im Bild zeigt: Die meisten dieser Bücher sind ohne das Logo Bestseller geworden.

© Daniel Müller

Wer war denn zuerst da – die Bestsellerlisten oder die Bestseller? Wer steigert eigentlich wessen Wert – der "Spiegel" mit seiner journalistischen Marke den Wert der Bücher oder das Buch die Marke des Nachrichtenmagazins?

Wer war denn zuerst da – die Bestsellerlisten oder die Bestseller? Wer steigert eigentlich wessen Wert – der "Spiegel" mit seiner journalistischen Marke den Wert der Bücher oder das Buch die Marke des Nachrichtenmagazins?

© Daniel Müller

René Kohl, der Inhaber des Berliner Buch- und Medienversands Kohlibri, fragt: "Die Buchhändler stellen die Abverkaufsdaten und den Showroom zur Markenbildung des 'Spiegel'-Bestseller-Labels zur Verfügung, und die Verlage zahlen an den 'Spiegel' dafür, dass auf ihren Covern das 'Spiegel'-Logo prangt?“

René Kohl, der Inhaber des Berliner Buch- und Medienversands Kohlibri, fragt: "Die Buchhändler stellen die Abverkaufsdaten und den Showroom zur Markenbildung des 'Spiegel'-Bestseller-Labels zur Verfügung, und die Verlage zahlen an den 'Spiegel' dafür, dass auf ihren Covern das 'Spiegel'-Logo prangt?“

© Daniel Müller

Kohl schlägt der Branche den argumentativen Konter vor, und der geht so: "Kann es sein, dass die 'Spiegel'-Bestsellerliste eigentlich eine Buchhändler-Bestsellerliste ist? Kann es sein, dass es ein exklusives Privileg für den 'Spiegel' ist, die Bestsellerinformationen vom Buchhandel zu bekommen?"

Kohl schlägt der Branche den argumentativen Konter vor, und der geht so: "Kann es sein, dass die 'Spiegel'-Bestsellerliste eigentlich eine Buchhändler-Bestsellerliste ist? Kann es sein, dass es ein exklusives Privileg für den 'Spiegel' ist, die Bestsellerinformationen vom Buchhandel zu bekommen?"

© Daniel Müller

Die Bücher der Verlage und die Buchhändler mit ihren Präsentationen auf allen Kanälen in Richtung Kunde tragen aus der Sicht des Holtzbrinck-Managers Uwe Rosenfeld zur Bekanntheit und Sichtbarkeit der Marke "Spiegel" wesentlich bei.

Die Bücher der Verlage und die Buchhändler mit ihren Präsentationen auf allen Kanälen in Richtung Kunde tragen aus der Sicht des Holtzbrinck-Managers Uwe Rosenfeld zur Bekanntheit und Sichtbarkeit der Marke "Spiegel" wesentlich bei.

© Daniel Müller

Auch eine neutralere Bestsellerpräsentation funktioniert.
Alles zum Thema der Woche in Börsenblatt 50 (14.12.2017) oder <a href="http://www.boersenblatt.net/artikel-verwendung_der__spiegel_-bestseller-logos.1412138.html">online</a>.

Auch eine neutralere Bestsellerpräsentation funktioniert. Alles zum Thema der Woche in Börsenblatt 50 (14.12.2017) oder online.

© Gaby Waldek

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