Wegzug aus Potsdam

Ullmann-Verlage kehren ins Rheinland zurück

Nach rund acht Jahren in Potsdam werden die Ullmann-Verlage zum 1. Juli 2018 ins Rheinland zurückkehren: Das neue Domizil liegt im rheinland-pfälzischen Rheinbreitbach, nahe bei Bad Honnef und Königswinter.

Florian und Herbert Ullmann (von links)

Florian und Herbert Ullmann (von links) © Nils Kahlefendt

Zu den Ullmann-Verlagen gehören die Firmen h.f. ullmann Publishing, Ullmann Medien Gesellschaft (UMG) und Vista Point Verlagsgesellschaft, die alle von Potsdam an den neuen Standort Rheinbreitbach umziehen werden. Der Ort liegt in Rheinland-Pfalz, direkt an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Nördlich schließen sich Bad Honnef und Königswinter an.

"Wir wollen zurück zu den Wurzeln", begründet Herbert Ullmann, Gesellschafter des Familienunternehmens, gegenüber boersenblatt.net den Umzug. Der Verlag war im Februar 2010 von Königswinter nach Potsdam gezogen, seit 2013 ist der Sohn Florian Ullmann Geschäftsführer. Hinzu kämen geschäftliche und private Gründe: Im Rheinland sitzen die Hauptkunden des Verlags, und große Teile der Familie wohnen dort. Und: "Wir sind einer der wenigen unabhängigen Verlagsbetriebe und möchten weiter so operieren", so Herbert Ullmann. Die neue Adresse nennt er noch nicht, da der Mietvertrag noch unterschrieben werden müsse.

Die Jahre in der "Kreativregion" Berlin-Brandenburg bereut Ullmann nicht ("es war okay, daran gibt es nichts zu deuteln"). Die Ullmann-Verlage haben 54 Mitarbeiter, so Herbert Ullmann, von diesen hätten zwei eine Beendigungskündigung erhalten. Der Grund: Standardaufgaben im kaufmännischen Bereich sollen nach außen vergeben werden. Der Rest habe eine Änderungskündigung bekommen: Diese Mitarbeiter können nun entscheiden, ob sie mit ins Rheinland wechseln wollen, Gespräche würden bereits laufen. Bei den Kündigungen habe man eine sehr lange, freiwillige Auslauffrist bis zum 30. Juni 2018 gewährt, erklärt Ullmann.

Änderungen soll es beim Auslandsgeschäft geben: "Da fahren wir etwas zurück", sagt Herbert Ullmann. Er nennt Südamerika und Spanien. Er verweist auf die allgemeinen Schrumpfungsprozesse im Buchhandel. Der Vertrieb etwa soll verschlankt werden. Bestimmte andere Länder, in denen die Geschäfte unprofitabel laufen, wolle man "abschalten", etwa Türkei, Griechenland, Bulgarien und Rumänien. Der Aufwand für das Controlling sei zu groß. Märkte wie Frankreich und Skandinavien würden noch gut funktionieren.

Die Programmausrichtung soll beibehalten werden, eventuell sollen die Bildbände der Kunstepochen-Reihe etwas weniger umfangreich werden und damit preisgünstiger, sagt Ullmann.

Den Umzug ins Rheinland will Ullmann im Juni 2018 durchführen, um dann zum 1. Juli im neuen Domizil zu starten. Damit kehrt auch die Tochter Vista Point in eine vertraute Region zurück: Der Verlag war 2013 übernommen worden und von Köln nach Potsdam gezogen (siehe Archiv).

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