Rechte Verlage auf der Frankfurter Buchmesse

Börsenverein organisiert Demo-Spaziergang

Auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren sich in diesem Jahr auch einige rechte bis rechtsextreme Verlage. "Im Sinne der Meinungsfreiheit, die für uns nicht relativierbar ist, lassen wir diese Auftritte zu, rufen aber zur aktiven Auseinandersetzung damit auf", sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Der Börsenverein hat eine Reihe von Aktionen geplant − heute Vormittag etwa einen Demo-Spaziergang zum Stand des Antaios-Verlags.

© Paul Müller

Folgende Aktionen hat der Börsenverein auf der Frankfurter Buchmesse geplant, zu denen er einlädt:
 
Mittwoch, 11. Oktober, 10.30 Uhr: Demo-Spaziergang zum Stand des Antaois-Verlages
"Mit Transparenten und Postkarten ziehen wir am Verlagsstand vorbei und demonstrieren für Freiheit und Vielfalt und gegen Rassismus", so der Börsenverein. Treffpunkt: Zentrum Börsenverein (Halle 3.1, Stand H 65)
 
Samstag, 14. Oktober, 18.30 Uhr: Standparty "Für Freiheit und Vielfalt"
"Parallel zum Empfang am nahegelegenen Antaois-Verlag zeigen wir an unserem Stand Flagge für eine offene und tolerante Gesellschaft." Treffpunkt: Zentrum Börsenverein (Halle 3.1, Stand H 65)
 
Demonstration am Mittwoch

Demonstration am Mittwoch © Paul Müller

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8 Kommentar/e

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  • rautenklause

    rautenklause

    Ich habe da (vorerst) nur zwei Fragen:

    1) Wie positioniert sich der Börsenverein zur Beschädigung von Standmaterial des Antaios Verlages, die während des nur für Fachbesucher reservierten Zugangs erfolgte (also durch Innentäter)?

    2) Demonstriert der Börsenverein ähnlich plakativ vor Verlagen des ausgewiesen linksextremistischen, durch den Verfassungsschutz beobachteten Spektrums wie beispielsweise des Parteiverlages der MLPD "Neuer Weg" (4.1/E73) und wenn nein, weshalb nicht?

  • Karsten Müller

    Karsten Müller

    Ich halte die Fragen des ersten Kommentars für höchst berechtigt. Für mich ist zwar auch nicht nachvollziehbar, warum ein ansonsten auf anspruchsvolle Literatur ausgerichteter Verlag einem Möchtegern-Intelektuellen und sexistischen Schmierfinken wie A. Pirincci ein Forum bietet. Aber das ist ein anderes Thema. Pirincci Geschreibe ist für mich weder konservativ noch intelligent, sondern einfach nur dumm und vulgär. Er hat auf der Buchmesse wirklich nichts verloren, aber gegen die Darstellung des Verlagprogrammes habe ich aus Gründen der Meinungsvielfalt keine Einwände.

  • Oliver Kunst

    Oliver Kunst

    Eine Schreibwerkstatt?

  • rautenklause

    rautenklause

    Ich erweitere aus gegebenem Anlass leider meine Frage 1) [immer noch auf eine Antwort hoffend]:

    1) Wie positioniert sich der Börsenverein zur Beschädigung von Standmaterial des Antaios Verlages, DES MANUSCRIPTUM VERLAGES SOWIE DES VERLAGES DER ZEITSCHRIFT TUMULT, die während des nur für Fachbesucher reservierten Zugangs erfolgte (also durch Innentäter)?

    Man spiele in Gedanken den Fall durch, einem politisch oder sonst irgendwie anders positioniertem Verlag hätte man den Stand abgeräumt, die ausgestellten Bücher entwendet, obszön beschmiert oder mit politisch eindeutigen Aufklebern verziert ... die auf der Buchmesse ebenfalls anwesende, von Standgebühr befreite Amadeu-Antonio-Stiftung wäre lägste tätig geworden - und alle anderen Verlage hätten sich solidarisch positioniert. Vom Rauschen im Blätterwald mal ganz abgesehen ...

  • Th. Kleinschmidt

    Th. Kleinschmidt

    Mehr als berechtigte Fragen. Heute Nacht (Donnerstag auf Freitag) wurde der Stand von Manuscriptum quasi "leergeräumt", Werbematerial entwendet und Bücher zerstört. In der Nacht! Fragen: Wie kamen die Täter aufs Messegelände? Wo war die Security in der Halle? Wie passt das zusammen, dass man sich zwar eilig distanziert, bereits im Vorfeld aber auf der Börsenvereins-Website alle Standnummern von ungeliebten, weil rechten Verlagen (Antaios, Manuscriptum, "Junge Freiheit") veröffentlicht hat? Das "Engagieren Sie sich!" von Herrn Skipis (was sicher nur auf verbale Auseinandersetzung bezogen war) hat da wohl einer auch in Taten umgesetzt.

    Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass die Buchmesse gegenüber der "Jungen Freiheit" (ja, rechte Zeitung, schlimm) bestätigt hat, dass die nicht unumstrittene Amadeu-Antonio-Stiftung ihren Messestand in unmittelbarer Nähe des Antaios-Verlages gebührenfrei von der Buchmesse gestellt bekam. Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist ein äußerst umtriebiger Verein, der etwa von Noch-Justizminister Maas zur Mitarbeit am Netzdurchsetzungsgesetz bzw. dessen praktischer Umsetzung beauftragt wurde. Zu diesem Gesetz ist in Hinblick auf Meinungsfreiheit bereits genug geschrieben worden, daher führe ich das nicht weiter aus.

    Insgesamt höchst beunruhigende Entwicklungen in dieser Branche.

  • K. Jaro

    K. Jaro

    Und ich frage mich, wie es passieren konnte, dass an dem Stand der Wochenzeitung "Junge Freiheit" gegen einen Mann körperliche Gewalt angewandt wurde.

  • if

    if

    Die Opferrolle die können sie die Rechten.

  • K. Jaro

    K. Jaro

    Th. Kleinschmidt, ich empfinde eher folgende Entwicklung in einem Teil unserer Gesellschaft als höchst beunruhigend: dass gegen Menschen, die ebenfalls ihre Meinung frei äußern möchten, körperliche Gewalt angewandt wird!

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